Um den Zugang zu einer Beratung nach den §§ 27 ff SGB VIII für Menschen mit Migrationshintergrund / Fluchthintergrund zu gewährleisten, sollte diese im Idealfall in der Muttersprache der Ratsuchenden angeboten werden. Da die Bandbreite der notwendigen Sprachkompetenzen nicht von den Fachkräften durch com.pass abgedeckt werden kann, müssen temporär Sprachmittler*innen eingesetzt werden. Die Aufgabe der Sprachmittler*innen ist das überwinden von Sprachbarrieren durch die Ermöglichung der Kommunikation zwischen den beiden Parteien. Förderung, Unterstützung und Schutz für die betroffenen Kinder und Jugendlichen können nur greifen, wenn sich die Fachkräfte und die Kinder und
Jugendlichen bzw. ihre Familien sich miteinander differenziert verständigen können. Dies gilt insbesondere, wenn das Wohl von Kindern und Jugendlichen gefährdet ist. Sprachmittler*innen können Ratsuchende auch bei Behördengängen oder Arztbesuchen begleiten, wenn das mit den Jugendämtern abgesprochen und ihrerseits gewünscht ist. Dies ist oftmals notwendig, um vor Ort die Anliegen zu formulieren. Wenn es hier zu Übersetzungsschwierigkeiten kommt, kann dies schwerwiegend sein, vor allem, wenn größere Entscheidungen getroffen werden müssen.
Für § 27 SGB VIII und die durch ihn umfassten Hilfen zur Erziehung gilt generell:
§ 27 ist ein subjektiver Rechtsanspruch (der Personensorgeberechtigten). Wenn die konkret in Betracht zu ziehende Hilfe zur Erziehung erst durch Einschaltung von Sprachmittlung zu einer geeigneten Hilfe wird, werden kann, dann ist durch den subjektiven Rechtsanspruch auf Hilfe zur Erziehung auch der Anspruch auf Sprachmittlung mit umfasst, es steht den Anspruchsberechtigten dann in diesem Zusammenhang auch ein Anspruch auf Sprachmittlung zu.
Die Zielgruppe Sprachmittlung sind (angesichts der aktuellen Situation) Kinder, Jugendliche und Familien mit Migrationshintergrund, insbesondere minderjährige unbegleitete Flüchtlinge und Flüchtlingsfamilien, unabhängig von der Rechtmäßigkeit ihres Aufenthalts oder des Vorliegens einer Duldung.
Weitere Fallkonstellationen in denen eine Sprachmittlung notwendig ist, sind die Zuwandernden aus vielen Ländern im Zuge der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Fachkräfteanwerbung aus dem Ausland, die Zunahme von mehr nationalen Partnerschaften oder aus dem Ausland (zurück)kommenden deutschen Familien, in denen die Familiensprache nicht Deutsch ist, bis hin zu Familien, deren Problem im Fehlen einer gemeinsamen Familiensprache besteht
Sprachmittler*innen müssen bei ihrer Arbeit darauf achten, sich deutlich gegenüber den Ratsuchenden abzugrenzen. Es muss klargestellt sein, dass sie ausschließlich die Inhalte der Fachkräfte wiedergeben und nicht ihre eigene Meinung. Sie beraten also nicht selbst, sie übersetzen die Beratung lediglich. Nur so kann eine professionelle und produktive Beratung gewährleistet und sichergestellt werden, dass der konkrete Inhalt der Beratung übermittelt wird.
Die Sprachmittlertätigkeit basiert auf Vielzahl von Kompetenzen, die in mehreren Dimensionen simultan auftreten:
1. Berufsethik
2. Rollenverständnis
3. Sprachliche und Interkulturelle Kompetenzen
4. Dolmetschkompetenz (Dolmetschtechniken und –strategien)
5. Spezifische soziale Handlungsstrategien (translatorisches Handeln)
6. Fachkenntnisse im Bereich des SGB VIII
Methoden zur kreativen Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit fördern die Fähigkeit des Menschen, seine Umwelt unmittelbar über die Sinne wahrzunehmen und zu begreifen. Sie setzt an einem tiefen Grundbedürfnis des Menschen an, sich gestalterisch auszudrücken und mit sich und anderen in Kontakt zu treten. Auf der Basis einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung werden innere Prozesse durch Materialien und Medien der Bildenden Kunst sichtbar gemacht, Farb- und Formqualitäten mit eigenem Erleben und persönlichen Lebensmotiven verbunden. Sowohl die Gestaltungsprozesse selbst, als auch die entstandenen Werke dienen als „Anschauungs- und Proberaum“, in welchem Handlungen und Denkweisen betrachtet, weiterentwickelt und einer sinnvollen Wandlung unterzogen werden können. In diesen Prozessen können kreative Ressourcen neu entdeckt, Selbstheilungskräfte mobilisiert, sowie vielfältige Veränderungsprozesse angeregt werden. Insbesondere innerhalb der pädagogischen und systemischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist es sinnvoll, kreative Methoden einzusetzen, da so „die Hürde der Sprache“ überwunden werden kann, um emotionale Zusammenhänge sichtbar werden lassen zu können. Methoden zur kreativen Auseinandersetzung mit sich selbst, finden bei Menschen mit unterschiedlichen krisenhaften Entwicklungen, in allen Lebensphasen sowie in psychosozialen Zusammenhängen, sinnvollen Einsatz. Diese kreativen Vorgehensweisen orientieren sich unter anderem an
lerntheoretischen, systemischen und ganzheitlich-humanistischen Ansätzen.
Was ist ein Trauma?
Ein Trauma ist eine seelische Verletzung, die durch ein oder mehrere lebensbedrohliche Ereignisse entstanden ist. Dabei wurden extreme Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein ausgelöst und die Bewältigungsmechanismen eines Menschen schlicht überfordert. Ein solches Erlebnis oder auch schon allein die Beobachtung erschüttert das Selbst- und Weltverständnis und kann eine langanhaltende Belastungsreaktionen hervorrufen. Traumapädagogik meint das Führen und Begleiten des Kindes oder des Jugendlichen auf seinem Entwicklungsweg nach erheblichen seelischen Verletzungen. Dieses Führen und Begleiten beinhaltet alle traumaassoziierten Folgen, Symptome und Verhaltensweisen. Traumapädagogische Interventionen zielen darauf ab, Ressourcen aktivierend und Ich-stärkend zu wirken, also Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, ihr Selbst besser zu verstehen und ihre Selbstwirksamkeit zu erhöhen, d.h. aus eigenen Kräften die Kontrolle über das Leben und Verhalten zurückzugewinnen.
Im Gegensatz zur Konfrontation und dem Durcharbeiten erlittener Traumata in der Therapie liegt der Arbeitsschwerpunkt der Traumapädagogik auf einer psychischen und sozialen Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen und auf einer Meisterung der dysfunktionalen Folgeerscheinungen. Dies beinhaltet die innere und äußere Stabilisierung des Kindes – einschließlich der Wiederherstellung von Kompetenzen zur Selbstregulation. Traumatisierte Menschen unterliegen häufig einem Zwang der Sprachlosigkeit, der Ausblendung, des Vergessens und auch einem Zwang der Wiederholung anstelle eines „heilsamen“ Erinnerns. Traumatisierte Menschen sind es nicht gewohnt, Geschehenes in Worte zu fassen. In der Arbeit mit traumatisierten Kindern bedeutet das, ihre evtl. schwierigen Verhaltensweisen im gesamten Kontext des Zusammenspiels von Familie, Institutionen, Gesellschaft und Kultur zu sehen. Die betroffenen Kinder haben einen guten Grund für ihre Annahmen, Reaktionen und Verhaltensweisen und sind nicht verantwortlich für das, was ihnen widerfahren ist. Im Gegenteil, sie haben in ihrem Leben schon viel geleistet.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden traumatisiert durch körperliche, psychische und sexuelle Gewalt, durch Vernachlässigung, Missbrauchs- und Misshandlungserfahrungen, Flucht, Krankheit oder Verlust einer Bezugsperson oder Unfälle.
Eine grundlegende Voraussetzung für traumapädagogische Arbeit ist eine allgemeine Grundhaltung, die unter anderem folgende Kennzeichen aufweist:
das Verstehen der Überlebensstrategien und das Wissen um Folgen von Traumatisierung und biografischen Belastungen,
Respekt vor der (Über-)Lebensleistung der Kinder,
ein Schwerpunkt auf Ressourcen und Resilienz,
das Verständnis, dass die gezeigten Verhaltensweisen normale Reaktionen auf eine extreme Stressbelastung sind.
Traumatisierte Kinder und Jugendliche brauchen einen sicheren Ort, in dem die Fachkräfte sie unterstützen, Fähigkeiten und Ressourcen zu entwickeln und aufzubauen. Dabei geht es vor allem um einen Ort, in dem Kindern und Jugendlichen geholfen werden kann, ihre Beeinträchtigungen zu akzeptieren. Wenn Fachkräfte die Kinder als Expert*innen für ihr eigenes Leben betrachten, können die Fachkräfte den Kindern ihr Wissen und eine sensible und empathische Haltung zur Verfügung stellen und sie in diesem Raum entsprechend begleiten.
Ein ganz wesentlicher Ansatz einer traumapädagogischen Haltung ist, dass Fachkräfte den Kindern helfen, Vertrauen aufzubauen und sichere Bindungen einzugehen.
Kinder, die Traumatisches erlebt haben, brauchen verständliche Regeln und Strukturen sowie klare Konsequenzen und Orientierung, damit Vorhersehbarkeit als Erfahrung möglich wird. Verlässliche Tagesabläufe unterstützen dieses Bedürfnis nach Halt.
In der Arbeit mit traumatisierten Menschen ist es wichtig, dass die Fachkräfte sich trotz aller Schwierigkeiten immer wieder auf eine wohlwollende und wertschätzende Haltung fokussieren. Wesentlich dabei ist, jeden Menschen individuell zu betrachten und die jeweiligen Bedürfnisse und inneren Bilder und Vorstellungen zu differenzieren, um bei der Symptom- und Stressregulation hilfreich sein zu können.
Bei der Arbeit mit traumatisiserten Menschen ist das Phänomen der Übertragung und Gegenübertragung zusätzlich von zentraler Bedeutung.
Übertragungen sind unbewältigte Beziehungserfahrungen, die in andere Beziehungskontexte hineingetragen werden und den Teufelskreis des Wiederholungszwanges beschreiben. Die meisten traumatisierten Menschen beleben und inszenieren Situationen neu, wenn sie eine unbewusste Erinnerung daran haben. Dann wird die aktuelle Bezugsperson zu einer Reaktion gebracht, die zu der unbewältigten Situation gehört. Sie wird zur Vertreterin oder zum Vertreter der inneren negativ besetzen Figur gemacht. Die Wiederholung des Unglücks, verbunden mit Gefühlen der Angst und Not löst im Gegenüber eine Gegenübertragung aus. Diese kann dann unbewusst dazu führen, dass eine Retraumatisierung des Menschen stattfindet. Es ist wichtig, dass Bezugspersonen von traumatisierten Kindern und Jugendlichen lernen, diese Situationen zu identifizieren, damit sie feinfühlig auf das Kind und den Jugendlichen zu reagieren und den unbewussten negativen Wünschen und Rollenerwartungen nicht entsprechen.
Wir unterstützen
Wichtige Aspekte zur Förderung der Selbstregulation bei den Betroffenen von den Fachkräften sind
Unsere Familien- und Elternarbeit ist wichtiger Teil der traumasensiblen Arbeit, sowohl durch Information und Beteiligung als auch durch Biographiearbeit und Ressourcenaktivierung im familiären Umfeld.
Die bestehende Vernetzung mit unseren Jugendämtern, Schulen, Therapeuten, Kinder- und Jugendpsychiatrien sowie den sozialen Räumen vor Ort wird durch die traumasensible Arbeit vertieft und um traumapädagogische Aspekte ergänzt (Herstellung gemeinsamer Wissensbasis, individuelle Vereinbarungen, gemeinsame Arbeit).
Der Begleitete Umgang stellt ein zeitlich begrenztes Angebot der Jugendhilfe dar, in dem notwendige Absprachen im Interesse des Kindes getroffen und Möglichkeiten der Begegnung erprobt werden können. Der Begleitete Umgang bietet die Chance, dass in der Zusammenarbeit mit kompetenten Berater*innen Ängste, Sorgen, Wut und Hass in einem anderen Licht erscheinen und Kontakte zum Kind in Begleitung Dritter gepflegt werden können. Neue Möglichkeiten der einvernehmlichen Wahrnehmung der elterlichen Verantwortung werden durch den „Begleiteten Umgang“ eröffnet. Von zentraler Bedeutung bei der Einrichtung und Ausgestaltung des Begleiteten Umgangs ist eine alters- und entwicklungsangemessene Berücksichtigung des Kindeswillens. Das Kindeswohl kann erst dann wirksam geschützt werden, wenn auch der Kindeswille und das kindliche Erleben erkannt, verstanden und nach sorgfältiger Abwägung auch tatsächlich berücksichtigt sind.Verstehen bedeutet hier, das Kind in seinem lebensgeschichtlichen Zusammenhang zu sehen, und zwar mit seinen aktuellen leidvollen Erfahrungen im Umgang mit seinen Eltern, seinen systemischen Verstrickungen, Selbstentfremdungsphänomenen und Grenzen der Beteiligungsmöglichkeiten auf der einen Seite und seinen Kompetenzen, Potentialen und Selbsthilfekräften auf der anderen. Verstehen beinhaltet zudem das Bemühen, die Situation des Kindes aus den unterschiedlichen Perspektiven nachzuvollziehen und unterschiedliche Interpretationen der Geschichte sowie der aktuellen Lebenssituation eines jungen Menschen (und seiner Familie) als eine für die Planung von Kontakten wichtige Realität anzuerkennen. Kinder müssen eine Unterstützung erfahren, die ihnen Selbstsicherheit vermittelt und dabei hilft, bezüglich des Umgangs mit dem anderen Elternteil einvernehmliche Lösungen zu finden. Ziel ist es, dem Gefühl von Ausgeliefertsein und Alleingelassensein entgegenzuwirken.
Bei der Feststellung des Eingliederungshilfebedarfs nach § 35a SGB VIII ist es u.a. die Aufgabe, die Teilhabefähigkeit, bzw. die Beeinträchtigung der Teilhabe des jungen Menschen festzustellen. Dabei werden die wesentlichen Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen, in denen Teilhabe stattfindet in den Blick genommen, und beispielhafte Orientierungspunkte benannt, die zur Feststellung der Teilhabefähigkeit, bzw. –beeinträchtigung hilfreich sein können. Die Feststellung und Bewertung erfolgt stets in der Gesamtschau, d.h. unter Beachtung der altersgruppenspezifischen Entwicklung, der Teilhabefähigkeit in der gesellschaftlichen Interaktion, dem strukturellen Kontext des Lebensumfeldes, wie auch den Ressourcen des jungen Menschen. Es ist dennoch nicht möglich, eine Teilhabestörung objektiv festzustellen. Sie ist auf der Grundlage vorhandener Unterlagen und gewonnener Erkenntnisse lediglich einschätzbar. Die Teilhabefähigkeit umfasst mehrere Dimensionen. Dabei sind die einzelnen Lebensbereiche, das soziale Umfeld in der Interaktion, der strukturelle Kontext des Lebensumfeldes, wie auch die Entwicklung der Persönlichkeit und das Aktivitätsniveau bei der Teilhabebewertung von Bedeutung. Im Folgenden werden zentrale Lebensbereiche aufgeführt, die für die Teilhabe des jungen Menschen relevant sind und deshalb bei der Prüfung der Teilhabefähigkeit in den Blick genommen werden. Er richtet sich hierbei auf die Situation in der Familie, die Sozialkontakte und die sozialräumlichen Bedingungen, den Lebensbereich (je nach Alter) Kindergarten/-tagesstätte, Schule, Beruf, sowie auf die Entwicklung der Persönlichkeit/Fähigkeiten und Interessen/Freizeitaktivitäten des jungen Menschen. Die Situation der Teilhabe sollte dabei auf jeden Fall mit dem jungen Menschen, sowie den maßgeblich Beteiligten eruiert werden um z.B. auch einen Abgleich von Selbst- und Fremdeinschätzung, wie auch der Selbst- und Fremderwartung zu ermöglichen.
Das englische „gender“ benennt präzise die gesellschaftliche, also die soziale Dimension von Geschlecht. Gemeint sind damit die kulturspezifisch wie historisch variable Rollen, Erwartungen, Werte und Ordnungen, die an das jeweilige bei der Geburt zugewiesene Geschlecht geknüpft sind. Wie sich diese soziale Dimension gestaltet ist abhängig von der jeweiligen Kultur (wie Geschlecht mit Leben gefüllt wird, wie viele Geschlechter es gibt) und der historischen Entwicklung (z.B. Männlichkeit heute im Vergleich zum Mittelalter). Obwohl es für viele Idealvorstellungen von weiblich und männlich gibt, ist noch ein breites Spektrum von Menschen im Genderbereich (u.a. divers) dazwischen und darüber hinaus Realität. Für eine gelingende Entwicklung der Geschlechtsidentität ist die Wahrnehmung und Reflexion der eigenen sozialen Geschlechterrolle unabdingbar. Geschlechtsspezifische Arbeit beinhaltet, dass jeweils die Stärken und Lebenskonzepte des Kindes/Jugendlichen unabhängig seines betreffenden Geschlechts und im Einklang mit seiner persönlichen Geschlechtsidentität berücksichtigt werden. Ziel in der Arbeit ist die Chancengleichheit zu erhöhen und damit Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu beseitigen. Die Genderarbeit ist ein wichtiger Bestandteil und auch ein Qualtiätsmerkmal der Sozialpädagogik und erfordert ein besonderes Verhältnis für die Zielgruppen, deren Lebensverhältnisse, Probleme und Handlungsmuster anstatt dem gesellschaftlichem Idealbild nachzujagen. „Verstehen“ schließt dabei die intensive Suche nach Motiven und Sorgen bei provokantem, kränkenden und verletzenden Verhaltensweisen ebenso wie die Ursachenforschung ein. Ein Schubladendenken schränkt die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern bereits frühzeitig massiv ein, so dass daraus eine einseitige oder eine Verhinderung des Zugangs zu eigenen Gefühlen und Interessen sowie des Zugangs zu verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen resultiert.
Die Beteiligung von Jugendlichen, (werdenden) Müttern oder Vätern mit Kind/Kindern an allen sie betreffenden Ereignissen und Entscheidungsprozessen, ist Teil unserer pädagogischen Grundhaltung und gleichzeitig wichtiger Bestandteil der Förderung einer eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen Lebensführung. Aus unterschiedlichen Interessen und Meinungen gemeinsam getragene Lösungen zu entwickeln, vermittelt zudem Erfahrungen mit demokratischer Meinungsbildung und Selbstwirksamkeit:
Eltern bzw. Sorgeberechtigte werden an den ihr Kind betreffenden Entscheidungen beteiligt; sie werden seitens der Fachkräfte als Erziehungspartner verstanden.
Zu Beginn der Hilfe werden Familien, Jugendliche und Kinder darüber informiert, wie sie Beschwerden äußern können und welche Kontaktperson(en) es gibt. Die Informationen und Daten werden vertraulich behandelt. Die Leistungsberechtigen berechtigten erhalten mit Aufnahme den Namen und die Kontaktdaten der Leitungskraft, des Jugendamtes sowie des Landesjugendamtes. Sie werden dazu eingeladen bei Bedarf die Leitungskraft bzw. das Jugendamt oder das Landesjugendamt zu kontaktieren, um Beschwerden zu äußern. Im Rahmen des Beschwerdemanagements stehen bei com.pass Leitungskräfte als Ansprechpartner*innen zur Verfügung, die den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen benannt werden. Alltagsbeschwerden, bei denen es nicht um Eigen- oder Fremdgefährdung geht, werden im Rahmen der wöchentlichen Teamsitzungen angesprochen. Kollegiale Fallberatung ermöglicht hier die Krisenabschätzung und Krisenklärung. Bei Hinweisen auf pädagogische Grenzüberschreitung, Gewalt, sexuellen Übergriffe werden Schutzmaßnahmen umgehend eingeleitet.
Das Angebot der Hilfe zur Erziehung findet hauptsächlich sowohl im (häuslichen) Lebensumfeld der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien oder im jeweiligen Sozialraum statt. Settings und Termine, für die externe Beratungsräume notwendig sind, stehen eigene entsprechend eingerichtete Räumlichkeiten innerhalb der Stadt Dülmen und der Stadt Coesfeld zur Verfügung.
Eine wichtige Ressource unserer Arbeit innerhalb der Hilfen zur Erziehung sind Partner:
Für alle Angebote der com.pass GbR sind folgende Leistungen standarisiert.
Im Rahmen der oben beschriebenen Angebote der Hilfen zur Erziehung ist es für uns selbstverständlich, die Erreichbarkeit sicherzustellen. Dazu gehört jeweils:
In Fällen der Kindeswohlgefährdung sind wir in der Lage, einen guten Kontakt insbesondere in Kontrollsituationen zu Kindern, Jugendlichen und ihren Familien aufzubauen und lösungsorientiert zu arbeiten.
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Die Steuerung der Qualitätsentwicklungsvereinbarungen einschließlich der Qualitätskontrolle, wird umgesetzt durch die Geschäftsführung / Pädagogische Leitung der com.pass GbR.
Zur Sicherung der Leistungs -und Qualitätsstandards übernimmt die Geschäftsführung / Pädagogische Leitung der com.pass GbR folgende Aufgaben:
• Hilfe- und Erziehungsplanung: Vorbereitung und Mitwirkung, Beratung mit anderen Fachkräften, Umsetzung der Ergebnisse
• Qualifizierung durch Beratung in Mitarbeiter- und Teambesprechungen, Dienst- und Fachaufsicht, Personalführung, Leitung, Qualitätsmanagement, regelmäßige Überprüfung der Konzeption
• Konzeptionssicherung: Abstimmung pädagogischer Vorstellungen, Kommunikationsstile und Haltungen im Team, Entwicklung von Arbeits- und Controllingabläufen in schriftlicher Form, regelmäßige Fallbesprechungen im Team, Förderung und Unterstützung von Einzel- und Teamsupervision
• Öffentlichkeitsarbeit, Teilnahme an Arbeitskreisen
• Evaluation Entwicklung eines Fortbildungsprofils
• Controlling der abgesprochenen Leistungsvereinbarungen
Eine regelmäßige Teilnahme an Fort -und Weiterbildung wird unterstützt und gefördert.
Fall- und Teamsupervision findet zur Sicherung der Qualität in regelmäßigen Abständen statt.
Eine kollegiale Beratung findet in den regelmäßigen Teamsitzungen statt. Hier findet ein fachlicher Austausch statt mit der Fragestellung, ob die pädagogischen und systemtherapeutischen Standards im Alltag umgesetzt werden können. Durch die Partizipation an der Überprüfung der Wirksamkeit der Konzeption und deren Umsetzung stärken wir die Mitarbeiterkompetenz.
In regelmäßigen Abständen findet ein Qualitätsdialog auf verschiedenen Ebenen zwischen dem Jugendamt und der com.pass GbR statt.
Die Finanzierung der Leistungen wird über einen vereinbarten Fachleistungsstundensatz gemäß der Entgeltvereinbarungen mit der Stadt Dülmen, der Stadt Coesfeld, des Kreises Coesfeld und des Kreises Borken abgerechnet. Die tatsächlich geleisteten Nettofachleistungsstunden je Hilfefall werden maximal bis zur Höhe des im Hilfeplan festgelegten Stundenkontingentes abgerechnet. Die Nettofachleistungsstunden werden dem Jugendamt monatlich nachträglich je Hilfefall in Rechnung gestellt. Ausgefallene Termine werden nur dann abgerechnet, wenn der Termin innerhalb von 24 Stunden vor dem Termin abgesagt wurde bzw. der Termin nicht eingehalten wurde und kein anderer Einsatz der Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters möglich war. Sollte der vorgenannte Ausfall von Terminen sich in kurzen Abständen wiederholen, unterrichtet die Fachkraft der com.pass GbR die fallzuständige Fachkraft des Jugendamtes unverzüglich.